Archäologische Zeichnung

Eine weitere Leidenschaft, aber auch mein Brotberuf, ist das Zeichnen auf Ausgrabungen im Orient. Zuvor in der Türkei, in Syrien, in den Vereinigten Arabischen Emiraten und nun seit 24 Jahren im Jemen. Jeden Herbst zieht es mich wie einen Zugvogel in meine zweite Heimat, wo ich die Wintermonate verbringe. Auf Grabungen erstelle ich die zeichnerische Dokumentation der Funde.
Das Zeichnen der Fundstücke benötigt ein gutes Auge, Präzision und Geduld. Die Sachzeichnungen fügen sich in winzigen Punkten zusammen, was ein Aufrastern im Druck erübrigt. Weltweit werden archäologische Funde auf die selbe Weise gezeichnet, um eine vergleichende wissenschaftliche Auswertung besser zu ermöglichen. Für Laien stellt sich immer sofort die Frage: Warum noch zeichnen? Die Antwort ist einfach. Denn trotz digitalem Fortschritt schafft es bis heute kein Fotoapparat, analog oder digital, Darstellungen für wissenschaftliche Zwecke ebenso klar zu vermitteln. Wie gut. Natürlich gehören aber zu jeder archäologischen Dokumentation von Funden neben Zeichnungen auch Fotografien und verbale Beschreibungen.