Zeichnung

"... und andere Welten"
Ausstellung im Kreuzherrnsaal Memmingen, 20.6.2013,
Memminger Kultursommer
Graphitstift, schwarze Kreide, weiße Kreide, Rötelstift auf
großformatigem Loktapapier
Katalog hier als PDF öffenen (2 MB)
   

Druckgraphik

Der Bereich Graphik umfasst für mich die Zeichnung (klassisch und zeichnen mit dem Pinsel) bis hin zur Radierung. Da mag ich in erster Linie die großflächige schwarzweiße „Kaltnadel“, aber auch den schwarzen Stift auf weißem Papier. Mich fasziniert bei beiden Medien die Sparsamkeit der Mittel, die schwer Korrekturen zuläßt. Die kalte Nadel auf Kupfer ist am radikalsten. Zielgerichtete Verletzungen schaffen einen samtweichen Grat und mit dichten Überlagerungen entsteht Raum und Körperlichkeit.
Anders ist mein Verhältnis zum Farbdruck. Ich ätze tief, so dass sich da Schicht auf Schicht legen lässt. Das steht genau im umgekehrten Verhältnis zu der archäologischen Arbeit, an der ich seit 28 Jahren als Zeichnerin teilhaben darf. Dort wird Schicht um Schicht abgetragen, Sedimente, Verstürze, Erodierungen, Brandzonen, Ablagerungen der Zeit...
Und je tiefer gegraben wird, umso kostbarer die Funde und Befunde. Bei meinen Farbradierungen hingegen ist das Bild mit der letzten Schicht am reichsten. Oft entstehen die Graphiken als Tief- und Hochdruck, was zwei Farben auf einer Platte zulässt. Bis zu sieben Schichten hält das Papier aus. Und obwohl die erste Platte nur noch zu ahnen ist, schwingt sie mit bis zur letzten. In der Regel drucke ich nur noch Unikate. Da die Ätzungen mittels Pinsellinien vorgearbeitet werden, möchte ich das Ergebnis eine graphische Malerei nennen. Meine Tiefenschichten und Überlagerungen könnten als geistiges Ausgraben in umgekehrtem Sinne verstanden werden - wo sich dann der Bogen meiner mehrgliedrigen Arbeit schließt.