Malerei

In den Zeiten meines Studiums malte ich gerne und viel. Vom altmeisterlich geführten Pinselstrich mit dünnen und dünnsten Pinseln, bis zu riesigen, gestisch gemalten Bildern. Viele weitere Jahre hatte die Graphik dann Vorrang. Doch seit einiger Zeit male ich wieder. Menschen, lebensgroß, überlebensgroß. Es sind Archetypen, der Welt unserer Vorfahren entsprungen. Sie lieben und hassen, sie schaffen Gutes und Böses, sie stellen für mich ein Universum der Triebe dar, welche die Menschheit so sein lässt, wie sie ist. Tiere gehören ebenfalls zu meinem Weltbild.
All diese Bilder funktionieren nur gemalt, die Kraft, welche ich ausdrücken will, könnte ich in einer anderen Technik nicht vermittelt. Immer gibt es einen Zusammenhang, was dargestellt werden soll und welche Technik zur Ausführung damit nötig ist.
Mit dem Pinsel arbeite ich ebenfalls gerne in graphischen Linien, so besteht eine Verbindung zu meinen früheren Arbeiten. Umgekehrt male ich gerne in der Graphik auf Druckplatten, aber dort auch in breiten Strichen.
Mit Linien fühle ich mich sicher. Ich führe mich damit selbst. Und malend kann ich meine derzeitigen Befindlichkeiten, welche stark nach Farbe rufen, in Bilder übertragen, sie transformieren in Allgemeingültiges.
Ich liebe es, meine Malmittel selbst aus Pigmenten und Bindemitteln herzustellen. Die Leuchtkraft ist mit keiner industriegefertigten Farbe zu übertreffen.